Reverse Flips: Warum manche deutsche Start-ups wieder Abstand nehmen von ihrer US-deutschen Holdingstruktur und warum viele sie weiterhin wählen


2 minute read | October.07.2026

English: Reverse Flips: Why Some German Start-Ups Unwind Their U.S. Holding Structure, and Why Many Still Choose It

Orrick-Partner Sven Greulich hat mit dem Handelsblatt über sogenannte „Reverse Flips“ gesprochen.

Nach wie vor wechseln viele deutsche Start-ups aus einer rein deutschen Unternehmensstruktur, typischerweise einer GmbH, in eine doppelstöckige US-deutsche Holdingstruktur mit einer US-Muttergesellschaft, meist einer Delaware Corporation. Andere gründen ihr Start-up von Anfang an in dieser Struktur. Zugleich gehen manche Start-ups den umgekehrten Weg: Beim Reverse Flip wird die US-Holdingstruktur aufgelöst und das Unternehmen in eine rein deutsche Struktur zurückgeführt.

Sven Greulich nennt fünf zentrale Gründe, warum Unternehmen einen Reverse Flip erwägen:

  1. schwierige Finanzierungsgespräche in den USA,
  2. Probleme durch die Komplexität zweier unterschiedlicher Rechts- und Steuersysteme und die damit verbundenen Beratungs- und Administrationskosten,
  3. Investoren, die steuerliche Risiken und Anforderungen einer Doppelstruktur nicht mittragen wollen,
  4. der Wunsch nach mehr „europäischer Souveränität“ und Unzufriedenheit mit dem Kurs der US-Regierung,
  5. ein leichterer Zugang zu öffentlichen Auftraggebern oder regulierten Branchen in Europa.

Ein Reverse Flip ist allerdings kein einfaches Unterfangen. Er ist rechtlich wie steuerlich komplex, vor allem bei Unternehmen, die schon länger am Markt sind und einen hohen Unternehmenswert aufgebaut haben. Er kann mit erheblichen Transaktionskosten und im Einzelfall mit erheblichen steuerlichen Folgen verbunden sein.

Trotz einiger Reverse Flips in letzter Zeit bleibt die US-deutsche Holdingstruktur für viele Gründer eine attraktive Option. Zu ihren Vorteilen zählen die Möglichkeit, in führende Accelerator-Programme wie Y Combinator aufgenommen zu werden, sowie ein besserer Zugang zu Investoren, Kunden und Talenten auf dem US-Markt.

Den vollständigen Handelsblatt-Artikel finden Sie hier (Paywall). Mehr zu US-Holdingstrukturen für deutsche Start-ups finden Sie in unserer Publikation OLNS#7 – Flip it Right: U.S. Holdings für deutsche Start-ups aus der Orrick Legal Ninja Series.