Geschichte

Orrick, Herrington & Sutcliffe LLP verdankt seinen ausgezeichneten Ruf dem Charakter, der Integrität, den Fähigkeiten und dem Unternehmergeist seiner Anwälte und seines Personals. Dieser Ruf wurde von den Gründern der Kanzlei, Jarboe, Goodfellow, Eells und Orrick geschaffen und dauert bis zum heutigen Tage an. Unsere Expertise auf den Gebieten der öffentlichen Finanzen und des Unternehmensrechts entstammt der wegweisenden Arbeit einer Gruppe von Vordenkern und Neuerern des Rechts in einer Zeit und in einer Stadt mit enormem Potenzial.

Die Kanzlei hat auf diesem Fundament aufgebaut, was zu ihrer Expandierung auf 13 Praxisbereiche in 18 Kanzleien in 7 Ländern geführt hat, wobei sie ihre Tradition des Dienstes am Mandanten stets aufrechterhalten hat. Die Niederlassungen der Kanzlei in Peking, Hongkong, London, Los Angeles, Mailand, Moskau, New York, Orange County, dem pazifischen Nordwesten der USA, Paris, Rom, Sacramento, San Francisco, Schanghai, Silicon Valley, Taipei, Tokio und Washington, D.C., versetzen die Firma in die Lage, ihre Mandanten auf eine Art und Weise zu bedienen, die ihre Gründer zum Staunen gebracht hätte.

Unsere Gründer

Orrick, Herrington & Sutcliffe LLP wurde im Jahr 1863 gegründet, als San Francisco als ein Hort für Wirtschaft und Handel aus dem Goldrausch hervorging.

In jenem Jahr wurde die German Savings and Loan Society (die später Teil der First Interstate Bank of California wurde) gegründet und John R. Jarboe war ihr Syndikus. Im Jahr 1885 gründete Jarboe, der als Autorität auf dem Gebiet des Immobilien-rechts galt, die Kanzlei Jarboe, Harrison & Goodfellow, aus der sich das heutige Orrick, Herrington & Sutcliffe LLP entwickelte.

Als Jarboe 1858 als Anwalt zugelassen wurde, war das Prüfungsverfahren noch nicht so orthodox wie heute. Damals unterzogen sich die Kandidaten in Sacramento einer mündlichen Prüfung durch einen aus drei Mitgliedern der Anwaltschaft, die vom Obersten Gerichtshof ernannt wurden, bestehenden Ausschuss. Nachdem Jarboe bei seiner Prüfung ein paar Fragen beantwortet hatte, meinte einer seiner Prüfer, dass sie mit seiner Befragung ihre Zeit verschwenden würden, da sie ihn zu Sachverhalten befragten, über die er besser Bescheid wusste als sie. Stattdessen fragten sie ihn, ob er wüsste, wie man Brandypunsch ansetzt. „Das weiß ich nicht“, antwortete Jarboe, „aber ich habe entdeckt, dass im Sazerac, einem Saloon auf der anderen Straßenseite, ein sehr guter [Brandypunsch] ausgeschenkt wird, und ich würde mich freuen, wenn dieser gelehrte Ausschuss mit mir ein Gläschen probieren würde“. Die Prüfung wurde daraufhin im Saloon ernsthaft fortgesetzt. Der Ausschuss befand das Urteilsvermögen dieses Bewerbers in der Tat für einwandfrei.

Als Ralph C. Harrison im Jahre 1891 ins Richteramt des Obersten Gerichtshofes von Kalifornien berufen wurde, löste sich die Partnerschaft Jarboe, Harrison & Goodfellow auf. Im Jahr 1901 gründete W. S. Goodfellow eine neue Partnerschaft, die Goodfellow & Eells hieß. Charles Eells, der von William Orrick als ein Mann beschrieben wurde, dessen „Gelehrtheit und scharfer Geist durch die Aufrichtigkeit seines Charakters, sein unfehlbares Gefühl für Recht und Gerechtigkeit und einen stets vorhandenen Fundus an Humor gemildert und geformt wurde“, half dabei, San Francisco durch schwierige Zeiten zu lenken.

Vordenker und Neuerer des Rechts aus dem frühen 19. Jahrhundert


Im Jahre 1905 vereinte Ralph Harrison die Unternehmen, aus denen dann die Pacific Gas & Electric Company entstehen sollte, und Charles Eells war maßgeblich an der Umgestaltung der Fireman's Fund Insurance Company nach dem verheerenden Erdbeben und Brand im Jahr 1906 beteiligt. Eells rettete das Unternehmen vor dem Ruin, indem er einen innovativen Plan entwickelte, mit dem unbezahlte Forderungen mit Firmenaktien bezahlt werden konnten. Zu den Mandanten der Kanzlei gehörten auch die ersten zwei Firmen in San Francisco, die im Investment Banking-Bereich tätig waren.

Außerdem war Goodfellow & Eells an den Prozessen in Zusammenhang mit der umstrittenen Gewinnung von Strom aus Wasserkraft und den Wassernutzungsrechten in der Region um Truckee River/Lake Tahoe beteiligt. Als William H. Orrick 1910 seine Arbeit für die Kanzlei aufnahm, hatte Richard A. Ballinger, der damalige US-Minister für Sanierungsarbeit und Inneres, einen Vertrag mit Privatinteressen ausgehandelt, der die Umleitung von Wasser aus dem See zuließ, ein Umstand, der die Natur- und Umweltschützer auf das Äußerste erboste. Goodfellow, der die Interessen der Geschäftskunden vertrat, traf sich mit Präsident William Howard Taft, der das Gespräch mit den Worten begann: „Mein Problem besteht darin, jemanden zu finden, der das Wasserrecht des Westens versteht“. Der daraus resultierende Rechtsstreit führte zu einer Gesetzgebung, die die Nutzung des Wassers aus dem Lake Tahoe noch heute beeinflusst.

William H. Orrick

William H. Orrick war für die Präzision seiner Schriftsätze und die Flut von Arbeitsaufträgen bekannt, mit denen er seine Partner und Mitarbeiter „vorlud“. Er bestand außerdem auf gründlichen rechtlichen Nachforschungen, womit er sich selbst bis über sein 80. Lebensjahr hinaus beschäftigte. Er ging 1960 in Rente.

William H. OrrickStanley Moore begann seine Arbeit für die Kanzlei im Jahr 1914, woraufhin ihr Name in Goodfellow, Eells, Moore & Orrick geändert wurde. Als Ralph Palmer, Tom Dahlquist, George Herrington und Mitchell Neff im Jahr 1927 Partner wurden, begann für die Kanzlei eine wichtige Ära. Tom Dahlquist war ein brillanter und innovativer Unternehmensanwalt. Er war eine Autorität in Bezug auf den California Corporate Securities Act und verfasste eine Reihe von Artikeln für die Zeitschrift California Law Review, die von 1945-46 verlegt wurde. Diese Beiträge lösten Diskussionen aus, die den Ausgangspunkt für unter dieses Gesetz fallende Streitfälle bildeten, bis der Corporate Securities Act im Jahre 1968 überarbeitet wurde.

George Herrington

Vor seinem Eintritt in die Firma war George Herrington als Teilzeitkraft als Bibliothekar an der Boalt Hall beschäftigt, wo er gleichzeitig Rechtswissenschaft studierte. Er arbeitete immer sonntags und stieß dort regelmäßig auf Orrick, der mit einer Aktentasche voll Arbeit auf den Stufen zur Bibliothek saß und darauf wartete, dass George ihm die Tür aufschloss, damit er sich an die Arbeit machen konnte. George behauptete später, dass der alleinige Grund für seine Einstellung der war, dass Orrick sicherstellen wollte, dass er (Herrington) rechtzeitig zur Arbeit erschien.

George HerringtonZu den berühmtesten Anleihen-Streitfällen, mit denen die Kanzlei in dieser Zeit zu tun hatte, gehört sicherlich die Begebung von Anleihen zur Unterstützung der Finanzierung des Baus der Golden Gate-Brücke. Southern Pacific Railroad, der die Golden Gate Ferry Company gehörte und die durch die Fertigstellung der Brücke eine bedeutende Einnahmequelle verlieren würde, bestritt die Gültigkeit der Anleihen. Die Bemühungen von Southern Pacific waren jedoch vergebens und die Anleihenbegebung wurde genehmigt. George Herringtons Beitrag zum Brückenprojekt war ein wichtiger Faktor für die Begründung seines Rufs als der beste Anleihenanwalt der Westküste.

In den Dreißigerjahren beschäftigte die Kanzlei ein interessantes Ensemble farbenfroher Charaktere. Mitchell Neff hatte einen Spucknapf aus Messing in seinem Büro, in den die Späne seiner Bleistifte kamen, die er gewohnheitsmäßig bis zum Radiergummi spitzte. Gelegentlich steckte er seinen Papierkorb aus Versehen in Brand, und einmal schloss er sich versehentlich in seinem Schrank ein, in den er hineingegangen war, um das im Dunkeln leuchtende Ziffernblatt seiner neuen Uhr zu bewundern.

Eric Sutcliffe

Eric SutcliffeEric Sutcliffe begann 1932 seine Arbeit in der Kanzlei. Er zeichnete für einen Großteil der Nachforschungen in der Anleihensache für die Golden Gate-Brücke verantwortlich. Dies war auch die Aufgabe aller seiner Kollegen, natürlich unter dem prüfenden Blick von W. H. Orrick. Außerdem begann er die Arbeit an den Erklärungen zur Börsenzulassung für PG&E, von denen die erste 1934 fertig gestellt wurde. Diese Erklärungen gehörten zu den ersten Zulassungen, die von der Börsenaufsichtsbehörde gemäß dem Wertpapiergesetz von 1933 bearbeitet wurden. 1947 ernannte Orrick Eric Sutcliffe zum geschäftsführenden Teilhaber, eine Position, die er mehr als 30 Jahre bekleidete.

Orrick Heute

Heute ist Orrick, Herrington & Sutcliffe eine Anwaltskanzlei von internationalem Ansehen. Von unseren Niederlassungen in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien aus beschäftigen sich die Anwälte von Orrick mit Präzedenzfälle schaffenden Verträgen, Geschäften und Fällen auf der ganzen Welt. Jeder unserer Praxisbereiche kann auf marktführende Erfolge verweisen, die von den wichtigsten US-amerikanischen und internationalen Klassifizierungshäusern bestätigt werden.

Wir sind der Meinung, dass unser Erfolg und unsere Langlebigkeit auf unserem Einsatz für unsere Kernwerte – hervorragende Leistungen und Integrität, Kooperation und individueller Respekt sowie Enthusiasmus und Streben nach Verbesserungen – und der Kenntnis unserer Kunden, ihrer Geschäfte und der Probleme, die sich ihnen jeden Tag stellen, beruhen. Seit fast 140 Jahren hilft Orrick seinen Mandanten beim Erreichen ihrer Ziele im Gerichts- wie auch im Sitzungssaal. Und diese Verpflichtung war nie so stark wie heute!

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